Der neue Kulturstandort ALTE MÜNZE – ein Erfolgsmodell für die Freie Szene?

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Ansprechpartner: Christophe Knoch
Tel.: +49-176-32888247
Berlin, 8.2.2018

Die politische Entscheidung für eine kulturelle Nutzung der Alten Münze ist gefallen:
Das ehemalige Münzprägewerk soll mit 35 Millionen Euro als kultureller Standort entwickelt werden. Eine an sich großartige Nachricht mit langer Vorgeschichte. Wir freuen uns auf die Mitwirkung an der Standortentwicklung.

Als Weichenstellung wurde bereits 2005 ein Moratorium verhängt, das den Verkauf der Alten Münze im Rahmen eines bedingungsfreien Bieterverfahrens ausschloss.
Seit seinem Amtsantritt plädiert Kultursenator Klaus Lederer immer wieder öffentlich für eine kulturelle Nutzung der Alten Münze. Sowohl Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher als auch die kulturpolitischen Sprecher*innen Regina Kittler (Die Linke), Daniel Wesener (Bü.90/Die Grünen) und Iris Spranger, Stadt-Baupolitische Sprecherin der SPD haben sich deutlich für eine kulturelle Nutzung und für die Entwicklung eines partizipativen Verfahrens zur Erarbeitung von Nutzungskonzepten ausgesprochen. Dieser Konsens führte zu einem Antrag der drei Regierungsfraktionen über eine gemeinsame Entwicklung eines Vergabeverfahrens, um in einem zweiten Schritt ein Nutzungskonzept zu beschließen. Beste Voraussetzungen also, dass in Berlins Alter Mitte ein zentraler Standort für Kunst und Kultur entstehen kann.

Die Arbeitsgruppe Alte Münze der Koalition der Freien Szene hat im bisherigen Prozess entscheidende Impulse gegeben und erreicht, dass sich bei einer Veranstaltung im August 2017 erstmals alle politischen Entscheidungsträger öffentlich zum Thema ausgetauscht und sich zur Notwendigkeit eines mit allen Akteuren abgestimmten Verfahrens bekannt haben.
Die Vorsitzende des Kulturausschusses, Sabine Bangert, bestätigte, dass im Koalitionsvertrag eine kulturelle Nutzung für die Alte Münze festgeschrieben sei. Für die Nutzung müsse es daher auch eine politische Entscheidung geben. Volker Hassemer, Vorsitzender der Stiftung Zukunft Berlin, wies darauf hin, dass die Politik zwar die Entscheidungen in eigener Verantwortung zu treffen habe, dass die Entscheidungsfindung jedoch in Zukunft, gemeinsam und gleichberechtigt zwischen Politik und Zivilgesellschaft organisiert und inhaltlich bestritten werden müsse.

Die Koalition der Freien Szene plädiert für einen offenen und transparenten Austausch von Zivilgesellschaft, Politik und Verwaltung über die nächsten notwendigen Schritte einer partizipativen Verfahrensentwicklung zur kulturellen Nutzung.

Nicht erst seit Bekanntwerden der Sicherung der Sanierungsmittel reklamieren verschiedene Akteure der Kreativwirtschaft massiv Nutzungsansprüche und äußern Partikularinteressen. Mit Nachdruck fordern wir alle Akteure in Politik und Verwaltung auf, sich im Sinne eines modellhaften Prozesses dieser Kräfte zu erwehren, kreativwirtschaftliche Einflussnahme zu unterbinden, um aus der Alten Münze einen wirklichen Standort für Kunst und Kultur zu machen.
Es sollte vor lauter Freude nicht in Vergessenheit geraten, dass eine Verfahrensentwicklung zur kulturellen Nutzung der Alten Münze versprochen war – und zwar gemeinsam mit der Koalition der Freien Szene und der Zivilgesellschaft. Nur so kann im Übrigen der Kultursenator auch seine Aufgabe erfüllen, Künstler*innen und Kulturschaffende zu fördern und unter Beweis stellen, dass es ihm Ernst ist mit Partizipation und seinem Anliegen, die existentielle Raumnot Berliner Künstler*innen spürbar zu verringern.
Koordiniert wird die Arbeit der Koalition der Freien Szene von dem Sprecher*innenkreis, in dem Einzelpersonen und Verbände der Kunstsparten vertreten sind:

Sprecher*innen: Christophe Knoch, Mica Moca Project Berlin
Für Bildende Kunst: Corinna Weiner, Bernhard Kotowski, berufsverband bildender künstler*innen berlin
Für Kulturproduktion: Wibke Behrens
Für Musik: Ulrike Brand, Sebastian Elikowski- Winkler, DACH/MUSIK, Initiative Neue Musik, Bettina Bohle, Magnus Schriefl, DACH/MUSIK, IG Jazz Berlin
Für Literatur: Eric Schumacher, Alexander Filyuta, Netzwerk Freie Literaturszene Berlin e.V.
Für Tanz: Simone Willeit, Uferstudios GmbH
Für Theater: Vera Strobel, Nicole Otte, Landesverband Freie Darstellende Künste (LAFT Berlin)
Für Projekträume: Chris Benedict, Matthias Mayer, Netzwerk freier Berliner Projekträume und –initiativen

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