Kunstorte im Kampf um die Zukunft: Konsequenzen für Berlins (kultur- und raum-)politische Agenda

Tim Renner, der neue Kulturstaatssekretär, hat die Freie Szene als neuen Ansprechpartner für die Re-Formulierung kulturpolitischer Projekte identifiziert. Im Zusammenhang mit deren gewachsener Sichtbarkeit und ihrem Hauptakteur, der Koalition der Freien Szene, ist festzuhalten, dass die teils große Schlagkraft spartenübergreifender Zusammenschlüsse wie der KFS auch neue Herausforderungen hervorruft: Der Bedarf und die Anforderungen an Räume bleiben zu einem gewissen Grad spartenspezifisch und unterschiedlich gelagert. Es kann also keine raumpolitische Universal-Lösung geben, die die spartenspezifische Unterschiede vereinheitlicht oder nivelliert, sondern es bedarf einer Auseinandersetzung, die die jeweiligen AkteurInnen aller Sparten in die stadtentwicklungspolitischen Prozess einbezieht.
Zudem ist zu bedenken, dass eine Fokussierung auf raumpolitische Fragen keine Kulturpolitik im engeren Sinne ersetzt, sondern diese vielmehr (nur) ergänzen kann. Daher ist es wichtig, auch die strukturelle Umgestaltung der kulturpolitischen Förderlandschaft nicht aus dem Blick zu verlieren. Mehr Transparenz über Vergabekriterien und Juryberufungen, die Entbürokratisierung von Abrechnungsmechanismen der Projektförderung, die Stärkung der Kooperation zwischen Institutionen und AkteurInnen der Freien Szene sowie eine spartenspezifische Stimulierung selbstverwalteter Strukturen sind nur einige Maßnahmen, die neben der Sicherung von künstlerischen Räumen eine zukunftsfähige und nachhaltige Kulturpolitik ermöglichen können.

Link zum Artikel von Friederike Landau & Henning Mohr auf commonthefjournal.com

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